Elektronische Rechnung in Italien

Italien passt das System für den elektronischen Rechnungsaustausch mit der öffentlichen Verwaltung an den in der Richtlinie 2014/55/EU definierten Rahmen an. Die an die öffentliche Administration gerichteten E-Rechnungen werden als FatturaPA bezeichnet.

Die Europäische Union hat im April 2018 das italienische B2B-Projekt gebilligt, mit dem die E-Rechnung mit globaler Reichweite für alle Unternehmen des Landes eingeführt werden kann.

Das elektronische Rechnungsmodell wird stark von der “Conservazione Elettronica” geprägt, die zusätzliche Prozesse, elektronische Signaturen und Zeitstempel für die Aufbewahrung der elektronischen Originaldokumente erfordert.

Steuerbehörde: 

Agenzia delle Entrate

Verbindlichkeit

Bereits seit 2014 ist die elektronische Rechnungsstellung an die öffentliche Verwaltung obligatorisch. Dieses Projekt wurde im Rahmen der Europäischen Digitalen Agenda umgesetzt, welche die einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union unter anderem dazu verpflichtet, den Rechnungsaustausch mit öffentlichen Verwaltungsbehörden auf elektronischem Wege durchzuführen.

Im Januar 2018 wurden die Grundlagen für die E-Rechnung im B2B-Bereich in dem Gesetz Legge de Bilancio definiert, um den elektronischen Rechnungsaustausch zwischen Privatunternehmen ebenfalls verpflichtend einzuführen. Durch dieses Gesetz wird das Gesetzesdekret 127 vom 5. August 2015 abgeändert. Darüber hinaus werden die Fristen zur Implementierung des neuen Standards festgelegt: 1. Juli 2018 für Unternehmen im Öl- und Gassektor und Subunternehmer, die an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen; ab 1. Januar 2019 für alle in Italien gegründeten Privatunternehmen.

Zu diesem Zwecke wurde eine Plattform entwickelt, über die der Austausch von elektronischen Rechnungen im B2G- und im B2B-Bereich abgewickelt wird. Dieses Austauschsystem nennt sich Sistema die Interscambio (SdI) und wird sowohl von öffentlichen Verwaltungen und Privatunternehmen verwendet. Alle elektronischen Rechnungen werden über diese Plattform an die Empfänger weitergeleitet.

Elektronische Signatur

Elektronische Rechnungen an die öffentliche Verwaltung werden über ein sicheres Signaturerstellungsgerät mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen.

Zur Aufbewahrung werden die Dokumente durch den Verantwortlichen für die “Conservazione” einem weiteren Signaturprozess unterzogen und mit einem elektronischen Stempel versehen.

Format

Rechnungen an die öffentliche Verwaltung müssen mit der dafür definierten Datenstruktur im genormten XML-Format der FatturaPA ausgestellt werden.

Die elektronische Rechnung im B2B-Bereich ist ebenfalls eine Datei in XML-Format, welche die in Artikel 21 des Gesetzesdekrets 127 vom 5. Augsut 2015 definierte Information enthalten muss.

 

Steuerkontrolle

Weder der spezielle Prozess der “Conservazione Elettronica”, noch der obligatorisch elektronische Versand der Rechnungen an die öffentliche Verwaltung bezwecken eine verbesserte Steuerkontrolle. Es handelt sich einerseits um eine zusätzliche Garantie für die richtige Konservierung der Dokumente mit Beweiskraft im Falle möglicher Rechtsstreitigkeiten, und andererseits um eine Maßnahme, die es ermöglicht, die administrativen Formalitäten zu erleichtern und die Beziehung der öffentlichen Verwaltung zu ihren Lieferanten und Gläubigern zu verbessern.

Aufbewahrung

In Italien sind sowohl Aussteller als auch Empfänger elektronischer Rechnungen dazu verpflichtet, die elektronischen Dokumente mindestens 5 Jahre lang zu archivieren. Die Aufbewahrung der Dokumente erfolgt gemäß den Richtlinien der “Conservazione Elettronica”, die unter anderem eine elektronische Signatur und einen elektronischen Stempel für die archivierten Unterlagen erfordert.

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