Neuerungen ab 2018 im Bereich der elektronischen Rechnung und Umsatzsteuer innerhalb der Europäischen Union

Neuerungen ab 2018 im Bereich der elektronischen Rechnung und Umsatzsteuer innerhalb der Europäischen Union

29/01/2018

Die Digitalisierung über E-Rechnungssysteme schreitet in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union voran. 2018 ist das entscheidende Datum, an dem die europäische Richtlinie 2014/55/EU die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, diese Technologie bei öffentlichen Ausschreibungen ab November 2018 verbindlich anzuwenden.  Um dieses Ziel zu erreichen und die in dieser EU-Richtlinie definierten Anforderungen an länderspezifische Notwendigkeiten anzupassen, bereiten sich die einzelnen EU-Mitgliedstaaten schon seit Jahren darauf vor. Dazu kommen Systeme zur elektronischen Umsatzsteuererklärung und der elektronischen Buchhaltung über SAF-T, die  bei europäischen Unternehmen seit einigen Jahren auch immer mehr Verbreitung finden.

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Überblick über die obligatorischen Veränderungen in den wichtigsten Ländern der Europäischen Union.

In Spanien ist am 1. Juli 2017 das neue System SII zur Echtzeit-Übermittlung der Umsatzsteuer für rund 62 000 Unternehmen in Kraft getreten. Ab 1. Januar 2018 wird die Real-time-Umsatzsteuer auch in den Autonomen Regionen Baskenland und Navarra eingeführt. 

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Mit der stufenweisen Einführung wird in Frankreich ab dem 1. Januar 2018 die elektronische Rechnung für alle Unternehmen, die mit dem öffentlichen Sektor Geschäfte pflegen, verpflichtend eingeführt. Für das Jahr 2019 ist vorgesehen, auch Kleinstunternehmen in dieses System einzuschließen. In Frankreich wird für den elektronischen Rechnungsaustausch die Plattform Chorus Pro verwendet.

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Italien ist federführend in Systemen zum elektronischen Datenaustausch in den Bereichen B2G und B2B. Die Regierung hat für 2018 vorgesehen, allen Lieferanten des öffentlichen Gesundheitssektors den Empfang elektronischer Bestellungen über die Plattform NSO zu ermöglichen. Die Plattform NSO ist ein Kanal, der für die Zentralisierung verwendet wird, um alle Bestellungen an die verschiedenen Lieferanten weiterzuleiten. Auf diese Weise kann das MEF den Zusammenhang zwischen Bestellungen und Rechnungen überprüfen. Im B2B-Bereich sollen ab dem kommenden Jahr auch alle Unternehmen und Zulieferer des Erdölsektors elektronische Rechnungssysteme verwenden. Damit wird bezweckt, das System in den nächsten Jahren auf alle italienischen Unternehmen im B2G und B2B Bereich auszuweiten.

England ist dabei, das nationale Gesundheitssystem NHS zu digitalisieren. 2018 sind alle Arzneimittellieferanten, Labore und Apotheken an der Reihe, die elektronische Rechnung einzuführen. Deshalb müssen die Unternehmen die Synchronisierungsanforderungen der Produktdaten über GDSN erfüllen und Dienste über einen akkreditierten PEPPOL Access Point in Anspruch nehmen.

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Deutschland bereitet das Gesetz für elektronische Rechungen vor und definiert das System für den elektronischen Rechnungsaustausch. Die Einbringung der elektronischen Rechnungen, die an Bundesministerien und zentrale Verfassungsorgane gestellt werden, erfolgt in Deutschland über ein zentrales Protal, auf dem sich die Lieferanten ein Nutzerkonto einrichten. Auf diese Weise kann jeder Lieferant mit einem einzigen Nutzerkonto Rechnungen an jedes Bundesministerium oder öffentliche Organ auf höchster Ebene senden.

In Belgien führt die Regierung am dem 1. Januar 2018 die elektronische Rechnung verpflichtend für all jene Unternehmen ein, die an einer Ausschreibung von über 135 000 Euro teilnehmen.

In Schweden ist die elektronische Rechnung bereits seit 2008 obligatorisch für zentrale Regierungsstellen. Seit 2014 verwenden Organisationen mit über 50 Angestellten elektronische Bestellungen. Regierungsstellen werden ab 2018 das PEPPOL-Netz verwenden, um Bestellungen an Lieferanten zu senden und Rechnungen entgegenzunehmen.

Ungarn bereitet ein Echtzeit-System für die Umsatzsteuererklärung (24 Stunden) vor, das im Juli 2018 eingeführt werden soll. Die Regierung hat die Plattform KOBAK implementiert und bietet Anwendern bereits die Möglichkeit, diese zu testen. Die neuen gesetzlichen Vorschriften gelten für Firmen, die in Ungarn registriert sind und den Umsatzsteuer-Schwellenwert von HUF 100.000 übersteigen.

Polen ist dabei, das System für Umsatzsteuererklärungen über SAF-T progressiv anzupassen. Große Unternehmen verwenden dieses System bereits seit Juli 2016, ab Januar 2018 ist dieses jedoch auch für Kleinstunternehmen obligatorisch. Alle in Polen im Umsatzsteuerregister eingetragenen Unternehmen sind dazu verpflichtet, auch wenn sie keinen physischen Sitz im Land haben.

Norwegen hat die Einführung des SAF-T, die für Januar 2018 vorgesehen war, bis 2019 verschoben. Seit 2017 ist der Umsatzsteuerdatenaustausch im SAF-T Format freiweillig möglich.

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