Italien: Das System PEPPOL fasst in der Region Emilia-Romagna Fuss

Italien: Das System PEPPOL fasst in der Region Emilia-Romagna Fuss

23/11/2016

Javier García, “Business Leader” der PEPPOL (Pan-European Public Procurement Online) Initiative in Emilia-Romagna spricht über die Schlüsselelemente dieses neuen Systems für eProcurement, das zur Optimierung der Versorgungskette im Gesundheitssystem und zur Verbesserung der Qualität der Patientenversorgung entwickelt wurde.




Die PEPPOL Initiative in Emilia-Romagna wird im Rahmen der EU-Richtlinien entwickelt, in dem alle Mitgliedstaaten technologische Projekte umsetzen, um die papierlose Verwaltung im öffentlichen Sektor zu ermöglichen.

Über die Vorteile der Modernisierung der Verwaltung hinaus, entspricht diese Initiative der Richtlinie 2014/24/UE, in der die Einrichtung einer interoperablen Plattform für die elektronische Ausschreibung und Vergabe auf europäischer Ebene reguliert wird, und der Richtlinie 2014/55/UE, die alle Mitgliedstaaten verpflichtet, Systeme für die elektronische Rechnungsbearbeitung mit gemeinsamen Grundlagen zu entwickeln.

Die Region Emilia-Romagna hat über E-Rechnungen hinaus auch die Dematerialisierung für Bestellungen und Versandscheine, die zwischen Gesundheitseinrichtungen und deren Versorgern ausgetauscht werden, gesetzlich vorgeschrieben.

“Seit dem 30. Juni müssen diese Prozesse auf elektronischem Wege nach dem PEPPOL-Standard durchgeführt werden. Auf diese Weise wird die Abwicklung vereinfacht und außerdem steht die Region an der Spitze der eProcuerment-Initiativen und ist der Europäischen Union einen Schritt voraus”, erklärt Javier García, Verantwortlicher von EDICOM für die Überwachung dieses italienischen Projektes.

PEPPOL hat sich zum Ziel gemacht, einen einzigen Standard zu konsolidieren, der von allen Unternehmen und öffentlichen europäischen Verwaltungsbehörden geteilt wird. Auf diese Weise versucht dieses Projekt eine Antwort auf das Problem der Vereinheitlichung der Standards und der Kommunikationsprozesse zu geben. Nach den Worten von Javier García: “Die Dematerialisierungsprozesse werden in vielen Ländern generalisiert, doch die Interoperabilität zwischen den einzelnen Ländern ist noch immer eine Herausforderung.” Genau dies ist der Grund dafür, warum die Region Emilia-Romagna die Verwendung eines offenen und gemeinsamen Standards, wie das Format UBL PEPPOL, erwägt hat.


Funktionsweise der PEPPOL-Initiative in Emilia-Romagna

Die eProcurement-Initiative im Gesundheitswesen der Region Emilia-Romagna wird von der Agentur Intercent-ER unterstützt und in der “Delibera n.287” vom März 2015 reguliert. Darin werden die technischen Eigenschaften des Projektes sowie die Einführungsfristen festgelegt.

“Das System basiert auf einem Kommunikationsnetz mit eigenen Protokollen. Die Partner erstellen ihre Nachrichten im UBL-PEPPOL-Standard und tauschen Dokumente über einen der PEPPOL-Netzwerkknoten aus. Diese werden “Access Point” genannt und müssen akkreditiert werden, um im Netz operieren zu können, und eine Reihe von Tests und Zertifizierungen bestehen, die von der Agentur Intercent-ER durchgeführt werden”, erklärt der Verantwortliche von EDICOM, Javier García.

Sobald das Projekt der Dematerialisierung anläuft, werden elektronische Bestellungen in zwei Schritten durchgeführt:

  • Die öffentliche Behörde schickt die Bestelldaten an Intercent-ER.
  • Intercent-ER übermittelt das Dokument im PEPPOL-Format an einen anderen Access Point, wie beispielsweise EDICOM, der das Dokument in das vom Empfänger verlangte Datenschema umwandelt und letzterem überstellt.

Für Versandscheine, die auch digital gemanagt werden, wird folgender Prozess verwendet:

  • Der Versorger schickt ein strukturiertes Dokument an seinen Access Point.
  • Der Access Point stellt die Verbindung zu Intercent-ER her und übermittelt die Nachricht des Versorgers.
  • Intercent-ER schickt diese im PEPPOL-Format weiter an die entsprechnede öffentliche Verwaltungsbehörde.

Dieses Verfahren erfolgt in Echtzeit und beschleunigt so den Erstellungsprozess sowie die Antwortzeiten der öffentlichen Verwaltungen und Versorger.


Die Zukunft

Das Dematerialisierungsprogramm gilt für das öffentliche Gesundheitswesen der Region Emilia-Romagna und dessen Versorger, doch es ist zu erwarten, dass diese Art von Projekten auch auf andere Regionen und Tätigkeitsbereiche ausgeweitet wird.

Über den elektronischen Aus- und Eingang von Versandscheinen und Bestellungen hinaus, sind die italienischen Verwaltungsbehörden sowie deren Versorger seit 2015 auch zum elektronischen Rechnungsaustausch verpflichtet.

“Mit diesem Projekt können die Firmen Kosten senken und die Anzahl an Fehlern, die bei diesen Aufgaben entstehen, reduzieren. Die Einführung des PEPPOL-Systems erleichtert außerdem die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen sowie den Kontinentalhandel, da es sich um einen Standard handelt, der in ganz Europa schnelle Verbreitung findet, wie dies auch ähnliche Initiativen in Schweden oder Großbritannien mit dem NHS (National Health Service) gezeigt haben”, schlussfolgert Javier García.

Plattform für e-Rechnungen

Eine umfassende Lösung, welche die Ausstellung von elektronischen Rechnungen in allen Ländern der Welt ermöglicht.

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Ressourcen

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