E-Rechnung in Kolumbien: eine “neue Realität” mit über 20 Jahren Geschichte

E-Rechnung in Kolumbien: eine “neue Realität” mit über 20 Jahren Geschichte

23/11/2016

In Kolumbien gibt es E-Rechnungen schon seit über 20 Jahren, doch der große Sprung ist in den kommenden Monaten mit dem Verbreitungsmodell, das von der Steuer- und Zollbehörde DIAN (Dirección de Impuestos y Aduanas Nacionales de Colombia) gefördert wird, zu erwarten.




Das Verbreitungsprojekt wird von der Dirección de Impuestos y Aduanas Nacionales (DIAN) seit 2015 gefördert und hat in letzter Zeit bereits für zahlreiche Schlagzeilen und Nachrichten in Kolumbien gesorgt. Die E-Rechnung ist hier jedoch kein neues Thema, denn Kolumbien verfügt bereits seit mehr als 20 Jahren über ein eigenes System. In diesem Beitrag analysieren wir kurz die Entwicklung des kolombianischen Systems und die Gründe dafür, warum es jetzt wieder hochaktuell ist:

1995 wurde im Artikel 37 des Gesetzes 223 die elektronische Rechnung mit der Papierrechnung gleichgestellt. Ein Jahr danach wurden die ersten Versuche mit der neuen Technologie gestartet.

Doch erst 2007 wurde die E-Rechnung reguliert. In diesem Jahr wurden zwei grundlegende Richtlinien beschlossen: das Dekret 1929 und die Resolution 14465. Im Dekret wird die elektronische Rechnung definiert und der Prozess von Erstellung, Versand, Annahme und Aufbewahrung auf digitalen Medien detailliert. In der Resolution 14465 werden technische Spezifikationen des Systems festgelegt.

Die Verwendung der E-Rechnung erfolgte bis jetzt auf freiwilliger Basis, wobei Unternehmen zuvor ein Ansuchen an die DIAN stellen mussten. Das Projekt verlangte darüber hinaus formale Abkommen mit allen Kunden, um dieses Rechnungsstellungssystem verwenden zu können.

Die Eigenschaften des Systems haben die Umsetzung bis jetzt erschwert. Schätzungsweise stellten im Jahre 2014 beispielsweise nur 2% der Unternehmen elektronische Rechnungen aus. Die Notwendigkeit, mit den Kunden ein Abkommen abzuschließen sowie der fehlende Referenzstandard, um die Interoperabilität zu fördern, haben die Ausbreitung dieses Systems für den elektronischen Rechnungsaustausch stark gebremst.

Aufgrund dieser Situation begann die DIAN 2013 mit der Entwicklung eines Projektes zur Verbreitung der elektronischen Rechnung, das sich an Initiativen anderer Länder wie Chile, Brasilien oder Mexiko orientiert. Ziel ist, Fehler des aktuellen Systems zu korrigieren, die Umsetzung zu vereinfachen und die Verwendung des sogenannten “Comprobante electrónico” (digitaler Rechnungsbeleg) allmählich für alle Steuerzahler des Landes verpflichtend einzuführen.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung bedeutete der Beschluss des Dekrets 2242 im Jahre 2015. Dieses Dekret sieht die Verpflichtung, elektronische Rechnungen auszustellen, für jene natürlichen und juristischen Personen vor, die von der DIAN ausgesucht werden. Darüber hinaus wird darin der progressive Rahmen für die Umsetzung dieser Technologie definiert, wobei Kriterien wie Einnahmen, Risikoniveau, Standort usw. berücksichtigt werden. Eine weitere grundlegende Reform, die von diesem Dekret gefördert wird, ist die Verwendung eines gemeinsamen Standards, der auf ein digital signiertes XML-Format beruht und von allen Steuerzahlern übernommen wird.

Am 24. Februar 2016 wurde die Resolution 000019 veröffentlicht. Darin definiert die DIAN technische Aspekte des neuen Systems für den elektronischen Rechnungsaustausches gemäß Dekret 2242 für die Verbreitung dieses Modells. In dieser Resolution wurden grundlegende Aspekte wie Standard oder Dokumentformat, das Format der digitalen Signatur oder das Akkreditierungsverfahren für digitale Rechnungsaussteller explizit festgehalten.

Am 18. April gab die DIAN schließlich grünes Licht für das Pilotprojekt der elektronischen Rechnungsstellung. Ein Projekt, an dem insgesamt 58 kolombianische Unternehmen teilnehmen und an dem EDICOM aktiv mitwirkt, mit dem Zweck, mögliche Fehler im Rechnungsmodell festzustellen und zu korrigieren. Dieses Projekt, das vor Kurzem abgeschlossen wurde, ist das letzte Kapitel einer langen Geschichte, die jetzt vor der Herausforderung steht, das System obligatorisch für die erste Steuerzahlergruppe, die demnächst von der DIAN bestimmt wird, einzuführen.

Mit der Verbreitung dieser Technologie soll die weitverbreitete Steuerhinterziehung in Kolumbien reduziert werden. Weitere Ziele sind, Kosten zu senken und die Nachhaltigkeit und Effizienz der Firmen zu verbessern.

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