B2B Elektronische Rechnung in Italien: Veröffentlichung von Bescheid und Rundschreiben der Steuerverwaltung

B2B Elektronische Rechnung in Italien: Veröffentlichung von Bescheid und Rundschreiben der Steuerverwaltung

21/05/2018

Nach der Zustimmung der Europäischen Union zur Implementierung der elektronischen Rechnung im B2B Bereich in Italien, hat die Steuerbehörde den Bescheid vom 30.04.2018 veröffentlicht, in dem die technischen Bestimmungen für den elektronischen Rechnungsaustausch bei allen Warenverkäufen und geleisteten Diensten zwischen Unternehmen, die in Italien ansässig, angemeldet oder identifiziert sind, festgelegt werden. Die Übermittlung der elektronischen Dokumente erfolgt über ein Austauschsystem, das auch den Versand elektronischer Daten im grenzüberschreitenden Verkauf von Waren und Dienstleistungen ermöglicht.

Zu den wichtigsten Neuheiten zählen folgende:

  • Die E-Rechnung ist ein elektronisches Dokument im strukturierten XML-Format (eXtensible Markup Language), das telematisch an das Austauschsystem (SI) übermittelt wird.
  • Die elektronische Rechnung muss die in Artikel 21 des Dekrets des Präsidenten der Republik Nr. 633 vom 26. Oktober 1972 definierte Information enthalten und auch all jene Daten, die in den technischen Spezifikationen des Anhangs A des Beschlusses festgelegt werden. Andererseits kann das Dokument zusätzlich zu der gesetzlich obligatorischen Information auch für die Verwaltung des aktiven oder passiven Zyklus der Betreiber nützliche Daten enthalten.
  • Das Austauschsystem (SI) verfügt über bis zu 5 Tage, um die erstellten Rechnungen zu validieren.
  • Wenn diese vom SI abgelehnt werden, wird die Rechnung als nicht ausgestellt betrachtet.
  • Man kann die Rechnungen mit einer digitalen Signatur versehen, um deren Authentizität und Integrität zu garantieren.
  • Die für den Empfang der Rechnungen gewählte telematische Adresse kann bei der Steuerbehörde registriert werden (zum Beispiel ein Kanal eines akkreditierten Webservices).
  • Falls das SI die Rechnung nicht an den Empfänger übermitteln kann, steht sie dem Käufer/Besteller auf der Webseite der Steuerbehörde in dem dafür vorgesehenen Raum zur Verfügung. In diesem Fall erhält der Aussteller eine Benachrichtigung und ist dazu verpflichtet, den Käufer/Besteller unmittelbar auf anderem Wege (nicht über das SI) zu benachrichtigen, dass eine elektronische Rechnung in dem dafür vorgesehenen Raum auf der Webseite der Steuerbehörde zur Verfügung steht. Diese Benachrichtigung kann auch durch den Versand einer telematischen oder analogen Kopie der E-Rechnung erfolgen.
  • Rechnungen im B2C-Bereich werden über das SI übermittelt, wobei die Umsatzsteuer-ID-Nummer sowie der Steuercode eingefügt werden müssen. In diesem Fall übermittelt das SI die elektronische Rechnung an den Käufer/Besteller, indem er sie in dem dafür vorgesehenen Bereich der Webseite der Steuerbehörde zur Verfügung stellt. Der Verkäufer/Dienstleister überreicht dem Kunden/Endverbraucher eine telematische oder analoge Kopie der elektronischen Rechnung und teilt gleichzeitig mit, dass das SI das Dokument in dem spezifischen Bereich der Webseite der Steuerbehörde zur Verfügung gestellt hat.
  • Wenn der Verkäufer/Dienstleister den Empfängercode vom Käufer/Besteller oder das PEC (zertifiziertes E-Mail-Postfach) nicht erhalten hat, über das die elektronische Rechnung vom SI empfangen werden soll, ist es ausreichend den konventionellen Code “000000” im dafür vorgesehenen Feld einzutragen. In diesem Fall stellt das SI die E-Rechnung dem Käufer/Besteller im dafür vorgesehenen Areal der Webseite der Steuerbehörde zur Verfügung und der Verkäufer/Dienstleister hat dem Käufer/Besteller fristgerecht auf anderem Wege (nicht über das SI) mitzuteilen, dass er das Original der E-Rechnung auf der Webseite der Steuerbehörde abholen kann.
  • Empfangs- und Ablehnungsbestätigungen über Rechnungen von Seiten des Rechnungsempfängers werden abgeschafft.
  • Das Ausstellungsdatum stimmt mit jenem Datum überein, das in der Rechnung aufscheint.
  • Das Empfangsdatum der Rechnung ist das Datum, an dem die Rechnung – je nach gewählter Empfangsmethode – entweder zur Verfügung gestellt oder auf der Webseite der Steuerbehörde eingesehen wird.
  • Es ist möglich, einen Vermittler zu verwenden, um eine Rechnung an das SI zu senden oder über das Austauschsystem zu empfangen.

Außerdem wurde ein Leitfaden mit den Richtlinien zur Erstellung einer elektronischen Rechnung veröffentlicht. Dieses Dokument wurde von den spezialisierten Technikern von EDICOM eingehend analysiert, um alle notwendigen Anforderungen zu erfüllen. Dank der umfassenden Erfahrung von EDICOM mit der FatturaPA können wir Sie über alle notwendigen technischen Anforderungen informieren und Ihnen die beste Lösung für Ihr Unternehmen bieten.

Die Steuerbehörde hat ebenfalls das Rundschreiben Nr. 8/E veröffentlicht, in dem die ersten Erläuterungen über die Rechnungslegung im Verkauf von Mineralölprodukten und Diensten von Unterauftragnehmern und Auftragnehmern einer öffentlichen Stelle festgehalten werden. Die wichtigsten Punkte sind:

  • Verkauf von Treibstoff
    • Ab 1.7.2018 ist die Ausstellung elektronischer Rechnungen beim Verkauf von Benzin und/oder Diesel, der als Treibstoff für Motoren und/oder im Automobilsektor verwendet wird, obligatorisch. Das heißt, dass die vorzeitige Einführung der obligatorischen E-Rechnung ab 1. Juli 2018 jene Aktivitäten ausschließt, die dem Verkauf von Benzin für Motoren dienen, die Teil von Stromaggregaten sind, oder für Aktivitäten im Bereich von Heizungsystemen, Gartenwerkzeugen usw. verwendet werden.
    • Es ist möglich, eine zusammenfassende Rechnung für alle Verkäufe von Benzin oder Diesel, die innerhalb eines Monats getätigt werden, zu erstellen.
    • Es gibt spezifische Bestimmungen bezüglich der Möglichkeit, Einkaufskosten und die Umsatzsteuer bei Benzin- oder Dieselverkäufen abzusetzen, wenn bestimmte Zahlungsmittel verwendet werden (Kreditkarte, Debitkarte, Prepaidkarte…).

 

  • Dienste von Unterauftragnehmern und Autragnehmern öffentlicher Stellen:
    • Die Pflicht betrifft nur “direkte” Beziehungen (öffentliche Ausschreibungen und/oder andere Verträge) zwischen Vertragsinhaber und öffentlicher Verwaltung, sowie zwischen Vertragsinhaber und Unterauftragnehmer, ausschließlich anderer, späterer Schritte.
    • Es ist Pflicht, den Vertragsidentifizierungscode (CIC) sowie den einheitlichen Projektcode (CUP) auf der Rechnung auszuweisen.

Kontaktieren Sie unser Expertenteam, um mögliche Zweifel im Bereich der elektronischen Rechnung im B2B-Bereich in Italien auszuräumen.

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